Leserbrief im Dezember 98 an die Saarbrücker Zeitung

   

Leserbrief zum Artikel „ Tauziehen um Kraftwerk Ensdorf" aus
der Saarbrücker Zeitung vom 17.12.98

   

Das der Block 4 in Ensdorf nicht gebaut wird, ist für mich nichts Neues. Spätestens nach dem Gelage bei der Verabschiedung von Saarberg-Mitarbeitern vor etwa 14 Tagen, zu der auch Herr Bierhoff von der RWE eingeladen war, heißt es, die alten Blöcke 1 und 3 in Ensdorf würden ertüchtigt, und Weiher 1 und 2 liefen über 2000 weiter.

Wenn Herr Linsler von der ÖTV vermutet, dass von Anfang an feststand, dass der Block nicht gebaut wird, kann ich dem nur beipflichten. Für mich war das ein abgekartetes Spiel der RWE, bei dem der "Arbeitsplatzkiller" Willy Leonhardt eine große Rolle spielte.

Leidtragende sind die etwa 90 ehemalige Mitarbeiter der Kraftwerk Wehrden GmbH, von denen einige in die Arbeitslosigkeit geschickt wurden, andere wurden genötigt Ersatzarbeitsplätze anzunehmen, bei denen sie bis zu 51Prozent Lohneinbußen hinnehmen mussten, geschweige von den physischen und psychischen Misshandlungen im Zuge der Schließung des Werkes.

Auf zwei Punkte möchte ich noch hinweisen. Zum einen: Arbeitplatzkiller Willy Leonhardt wird wahrscheinlich wieder bei den Stadtwerken Saarbrücken aktiv, passt also auf "ihn" auf.

Als zweites möchte ich auf den Bau der Konverter-Gasleitung von Saarstahl zum Kraftwerk Fenne hinweisen, diese Leitung war Voraussetzung für die Schließung des Kraftwerks Wehrden und wurde vom saarländischen Steuerzahler mit mehr als zehn Millionen Mark unterstützt (Made by SPD-Saar) , hierauf sollte der Bund der Steuerzahler ein Auge werfen.