Hier wurde ein Kraftwerk geschlossen obwohl es in Punkto Wirtschaftlichkeit, Standortbedingung und Infrastruktur eine Spitzenposition im Saarland eingenommen hatte. RWE konnte einen kleinen Konkurrenten Eliminieren  ( welcher sich wohl auch auf dem heutigen liberalisierten europäischen Strommarkt hätte behaupten können). Ein weiterer wichtiger Grund für die frühzeitige Stillegung des Kraftwerk Wehrden ist wohl der Gewinn den die RWE durch den Leistungspreisanteil einheimst. Das ist folgendermaßen zu erklären: Der Strompreis eines Erzeugers errechnet sich aus dem sog. Leistungspreisanteil (feste Kosten) und dem Arbeitspreisanteil (bewegliche Kosten). Seit dem Tage der Stillegung des Kraftwerk Wehrden versorgt das RWE (VSE) dessen Abnehmer mit Strom aus eigner, freier Kraftwerksleistung, ohne an anderer Stelle auch nur ein Watt Leistungspreisrelevant installieren bzw. vorhalten zu müssen, d.h. den Einnahmen aus dem Leistungspreisanteil stehen keine Kosten gegenüber. Im Klartext bedeutet dies, dass die RWE pro Jahr etwa 23,3 Millionen DM auf seiner Guthabenseite verbuchen kann. Dies sollte eigentlich zur Vorfinanzierung des neuen Blockes dienen, da dieser aber nicht gebaut wird gehen etwa 140 Millionen DM bei RWE als Gewinn ein, mit dem Nebeneffekt wieder einen kleinen Platt gemacht zu haben.

Was aber bleibt sind die Kosten für den Bau der Konvertergasleitung, dessen Bau bis heute über 18 Millionen DM verschlungen hat, den größten Teil bezahlte der saarländische Steuerzahler ( über 10 Millionen DM ) den Rest indirekt der bundesdeutsche Steuerzahler durch die Saarbergwerke (DSK). Bei der finanziellen desolaten Finanzlage des Saarlandes kann ich nicht verstehen wieso das Saarland hier eingesprungen ist, sollte etwa die Portokasse des RWE nicht belastet werden, oder wollte Herr Leonhardt das "AUS" für das Kraftwerk Wehrden besiegeln, koste es was es wolle.Wo führt es hin, wenn sich hier Interessenvertreter der Bevölkerung (Politiker, hier Minister Leonhardt) zum Handlanger großunternehmerischer Interessen (hier RWE) machen lassen ? Wie will man die Arbeitslosigkeit in unserem Lande bekämpfen, wenn man gesunde, rationell arbeitende Unternehmen (wie es das Kraftwerk Wehrden war) zur Umsetzung großunternehmerischer Interessen dahinschlachtet ? Dieses Szenario , bei dem auch andere mittelständische Unternehmen (Zulieferer) untergingen, war nur im Geflecht des roten Filzes (SPD-Saar) durchführbar.

Leidtragende war wie immer die Belegschaft, die auf der Strecke blieb. Sie waren im Zuge der Schließung des Kraftwerk Wehrden über alle maßen physischen und psychischen Misshandlungen durch den Arbeitgeber ausgesetzt. Wie muss sich ein Arbeitnehmer fühlen der über 25 Jahre im Unternehmen beschäftigt war, wenn er mit 55 Jahren in die Arbeitslosigkeit entlassen wird. Ich habe es live miterlebt, ich habe mir vieles angehört. Es wäre ohne weiteres möglich gewesen die Mitarbeiter einigermaßen ehrenvoll und versorgt in den Ruhestand übergehen zu lassen, Geld wäre genug da gewesen (jetzt sind sogar 8 Millionen DM von den vorgesehenen Schließungskosten übrig). Es spricht für ein Unternehmen bzw. ihren Anteilseigner wie sie sich der Belegschaft entledigt. Im Falle Kraftwerk Wehrden hat man wohl nicht für nötig gefunden etwas für das ansehen zu tun. Im Gegenzug braucht man sich nicht zu wundern wenn man nur negatives hört. Hätte jemand mir vor 5 Jahren gesagt was hier abgegangen ist. ich hätte es ihm nicht geglaubt, so kann man sich in einem Unternehmen täuschen.

Ein neues Kraftwerk in Ensdorf wird es nicht geben, das Opfer Kraftwerk Wehrden war also umsonst. Wie müssen sich wohl die ehemaligen Arbeitnehmer der Kraftwerk Wehrden GmbH fühlen, die nach mehr als 20 Jahren Betriebszugehörigkeit einen Arschtritt bekommen haben, Fragen Sie mich ich kann es Ihnen sagen.

PS: Die Chronik wird ständig ergänzt.